Reise durch das indianische Internet

Ein Zauberwort geistert seit einiger Zeit durch sämtliche Medien: INTERNET. Jeder hat schon davon gehört, aber nur die Insider wissen es zu schätzen. Kann uns das Internet und seine vielen Möglichkeiten bei der Arbeit unterstützen und mit aktuellen Daten und Informationen versorgen? Nutzen die Indianer, die Stämme und die verschiedenen indianischen Organisationen in den USA überhaupt das Internet?

Bei einem Besuch auf der Navajo-Reservation konnten wir erleben, daß und wie die Indianer das Internet nutzen. Die Sovereign Dineh Alliance, die aktiv gegen die Umsiedlung der Navajo aus dem Big Mountain-Gebiet kämpft, verwendete Geld, welches sie in Form von Spenden und Preisen für ihre Arbeit bekam, zum Kauf eines Computers und der, in dieser abgelegenen Gegend notwendigen, dazugehörigen Stromversorgungsanlage auf Solarbasis. Via Internet waren nun die Unterstützer in aller Welt Sekunden nach dem Einspeisen der Daten über den aktuellen Stand der Dinge informiert.

Auf den folgenden Seiten möchten wir euch keinen Einführungskurs in Sachen Internet geben, sondern zeigen, welche Indianerthemen ihr im Netz finden könnt. Trotzdem wird der eine oder andere Fachbegriff auftauchen, den wir „populärwissenschaftlich“ zu erklären versuchen.Nach dem einloggen in das Internet bedarf es eines Browsers um auf das World Wide Web (der eigentliche Dienst, der uns die Dokumente, Bilder, Sounds usw. auf den Computerbildschirm bringt, daher ist die gewählte Überschrift auch nicht ganz korrekt!) zugreifen zu können. Hat man diesen (z.B. Netscape Navigator, Microsoft Internet Explorer oder Mosaic) gestartet, stellt sich als erstes die Frage, wie gestalte ich die Suche? Im World Wide Web (auch WWW) stehen verschiedene sogenannte „Suchmaschinen“ (z. B.: Yahoo, Lycos, Alta Vista u.a.) zur Verfügung, die die Suche nach Kategorien oder Begriffen erleichtern sollen. Verwendet man beispielsweise Yahoo, so muß man allerdings wissen, daß deren Indianer-Homepage (Dokument im WWW) über die Kategorien „Society and Culture“, „Cultures“ und „Native American“ erreichbar ist.

Eine andere Möglichkeit ist die direkte Suche nach Begriffen. Dies ist aber auch mit Tücken verbunden. Sucht man beispielsweise nach dem Begriff „Blackfeet“, so findet die „Suchmaschine“ mehr als 900 Einträge. Wer sich für die Blackfeet interessiert, der wird nun begeistert sein und alles durchschmökern. Wer sich nur für ein bestimmtes Blackfeet-Thema interessiert, der wird an dieser Stelle verzweifeln. Oder sie/er grenzt die Suche ein (z. B.: „Blackfeet AND Badger-Two Medicine“ oder „Blackfeet AND Language“). Noch unübersichtlicher wird die Sache bei anderen Stämmen. Plötzlich merkt ihr, daß beispielsweise unter dem Suchbegriff „Dakota“ nicht nur Einträge gefunden wurden, die die Dakota-Indianer betreffen, sondern auch alles, was die Bundesstaaten North und South Dakota betrifft und noch viel mehr.

Auch hier ist eine Eingrenzung sinnvoll.Daher ist es ganz hilfreich, wenn man vorher einige WWW-Adressen parat hat. Jede Seite im WWW hat seine eigene Adresse. Das sind genau die, ohne die heute keine Werbung mehr auskommt (z.B: http://www.muster.de ...). Wir haben für euch am Ende dieses Beitrages einige nützliche Adressen für den schnellen Zugriff aufgeführt. Diese gebt ihr am Bildschirm unter Adresse ein und schon landet ihr im Native Web, auf den Native American Sites, in den Native American Resources oder im Native Net.

Habt ihr dann euch interessierende Beiträge gefunden und möchtet später noch einmal dorthin zurückkehren, so müßt ihr euch die teilweise ellenlangen Adressen nicht abschreiben, sondern könnt sie als „Lesezeichen“ unter dem gleichnamigen Menüpunkt des Browsers abspeichern und kommentieren.

Als erstes haben wir uns für die „Yahoo Native American Homepage“ entschieden. Von da aus habt ihr nicht nur den Zugriff auf viele wichtige weitere Indianer-Adressen, sondern könnt auch aus dem folgenden Angebot auswählen: „Art“, „Education“, „Food“, „History“, „Institutes“, „Literature“, „Magazines“, „Museums“, „Music“, „Organisations“, „Powwow“ oder „Tribes, Nations and Bands“. Außerdem habt ihr im Yahoo auch einen Link (Verweis auf ein anderes Dokument) auf eine deutschsprachige WWW-Seite.

Mit einem Klick, der immer dann möglich ist, wenn sich am Bildschirm der Mauszeiger in eine Hand (G) verwandelt, landen wir im NativeWeb (siehe Bild Seite 11). Dieses bietet wiederum ebenfalls verschiedene Unterkategorien (z.B.: „Geographic Regions“, „Nations/ People“, „Languages“, „Law & Legal Issues“ und „Dictionaries“) an. Bewegt ihr euch dann öfter im Internet könnt ihr euch unter der Kategorie „What’s New!“ Neuigkeiten im WWW anzeigen lassen.

Nun geht das eigentliche „Surfen“ los. An dieser Stelle auf einzelne WWW-Seiten speziell einzugehen würde bei weitem den Rahmen dieses Heftes sprengen. und sicher hat jede(r) von euch andere Interessengebiete. Nur soviel: Das Angebot im WWW ist unermeßlich und am Anfang sicher auch unüberschaubar. Wer aber öfter im Internet „surft“, sollte sich bald in den verschiedenen Angeboten zurechtfinden. Im folgenden möchten wir euch einen kleinen Überblick geben, was euch im indianischen Internet erwartet.

Diejenigen unter euch, die Unterstützerarbeit leisten, haben praktisch Zugriff zu jedem der aktuellen Themen. In den Beiträgen zu diesem Heft haben wir die jeweilige Internet-Adressen der entsprechenden Themen veröffentlicht. Einen besonders schnellen Zugriff auf Indianer- und Umweltfragen habt ihr von der „All Links from the Native Americans and Environment“-Web Site. Auf mehr als zehn gedruckten A4-Seiten findet ihr Links zu Themen wie: Mount Graham, Dineh, Shoshone, Bear Butte, Clayoquot Sound, Gwich’in, Hopi, Innu, Lubicon … Möchtet ihr mehr erfahren über das American Indian Movement (AIM), über United National Indian Tribel Youth (Unity) oder über andere Organisation? Ein Klick und ihr seit auf diesen Seiten. Per E-Mail (elektronische Post) könnt ihr euch an Diskussionsrunden beteiligen.

Auch Liebhaber indianischen Kunsthandwerks kommen auf ihre Kosten. Teilweise könnt ihr direkt über WWW bestellen. Gleiches gilt für Bücher, Magazine, Zeitschriften oder Tonträger. Viele indianische Musiker haben eine eigene Homepage, wo ihr Tourdaten und Diskographien abfragen könnt.

Möchtet ihr eure Freunde mit einem indianischen Mahl überraschen? Schaut doch mal ins WWW, wo ihr entsprechende Gerichte findet. Auch könnt ihr euch über die Anwendung indianischer Heil- und Nutzpflanzen, wie Sweetgrass, Salbei, Zeder oder Tabak, informieren.Wer eine Reise ins Indianerland plant, sollte sich vorher auf eine Reise ins indianische Internet begeben. Ihr möchtet eine Liste aller bundesstaatlich anerkannten Stämme? Kein Problem, im Internet werdet ihr fündig. Die dazugehörigen Adressen findet ihr auf einer anderen Seite. Mit wenigen Links seid ihr auf der Seite mit den touristischen Tips oder im Pow Wow-Planer.

Habt ihr vor, Navajo, Cherokee oder Mohawk zu lernen. Versucht es doch übers WWW. Möchtet ihr diese Sprachen vorher anhören? Kein Problem, wenn euer Computer über eine Soundkarte verfügt. Auch die Cherokee- und Cree-Schriftsätze für euren Computer bekommt ihr via Internet. Auch für den eher historisch Interessierten ist das WWW eine wahre Fundgrube. Komplette Stammeshistorien und sonstige Beiträge zur Geschichte gibt es zu Hauf. Auch den Wortlaut von Verträgen der Indianer mit den jeweiligen weißen Regierungen werdet ihr finden.

Möchtet ihr mehr erfahren über die indianische Sportart Toli, über Flaggen der nordamerikanischen Indianer oder möchtet ihr euch an einer Diskussion zum Walt Disney-Film „Pocahontas“ beteiligen? Auch dies ist möglich im WWW.

Zum Abschluß noch einige grundsätzliche Dinge zur Arbeit im WWW. Das Surfen im Internet ist die eine Seite, aber sicher möchtet ihr das eine oder andere Angebot auch weiterverwenden. Es besteht die Möglichkeit, Texte und Bilder direkt auszudrucken. Dabei bleibt aber die Formatierung, die ihr auf dem Bildschirm seht, erhalten, die meist nicht den normalen Lesegewohnheiten entspricht. Besser ist es, ihr öffnet im Hintergrund ein Textverarbeitungsprogramm und die gewünschten Passagen über die Zwischenablage des Computers in ein Textdokument speichert. Dieses könnt ihr dann später nach euren Wünschen formatieren und weiterbearbeiten. Auch Bilder, Animationen und Sounds könnt ihr weiterverwenden. Alle diese Elemente werden beim Aufruf einer WWW-Seite auf die Festplatte (Cache-Bereich) eures Computers gespeichert. Dort findet ihr sie auch noch, wenn ihr schon längst wieder aus dem Internet raus seid.

Beispiele für indianische Web-Seiten für indianische Internet-Seiten findet Ihr auf unserer FAVORITEN-Seite.